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Nichts für schwache Nerven…

Autor: Christine | Datum: 26 Februar 2012, 10:22 | Kommentare deaktiviert

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Seit gut einer Woche war mein kleiner Zeh auffällig blau und schwoll immer mehr an. Ich habe mir nichts dabei gedacht, ging davon aus, dass ich mal wieder irgendwo vor gerannt sei. Als ich mir meinen Zeh Donnerstag aber mal genauer angeschaut habe, bemerkte ich, dass das kein Bluterguss ist, sondern irgendetwas glibberiges, lebendiges in meinem Zeh heran wuchs.

Man hört in diversen Reportagen ja immer wieder von Tieren, die sich unter die Haut setzten und dort ein Eigenleben führen und weil ich keine Lust hatte, ein Wirt für eben solche Parasiten zu sein, habe ich einfach mal auf gut Glück meine Nagelschere genommen und in meinen Zeh gestochen... (wie gesagt, folgende Schilderung ist nichts für empfindliche Nerven :D )

Zum Vorschein kam also viel Blut und ein weißes Schleimtier. Ich habe dann eine Rasierklinge genommen, um das Loch zu erweitern. Dann konnte ich erkennen, dass sich allen Ernstes eine 1cm große Larve in meinen kleinen Mini-Zeh eingenistet hat! Diese habe ich schließlich mit einer Pinzette entfernt und ich musste auch noch zwei weitere Eier aus meinem Zeh drücken. Das ganze war eine ziemlich blutige Angelegenheit und wäre ich davon nicht so fasziniert gewesen, hätte es mich wohl wirklich angewidert! Aber meine Neugier hat überwiegt und so habe ich schließlich meinen Zeh in Desinfektionsmitteln gebadet und übrig blieb ein Larven-artiges Loch in meinem Zeh, was aber auch wieder verheilen wird, bis zur nächsten Larvenattacke!

(ich musste übrigens die ganze Zeit an meinen großen Bio-Studenten-Bruder denken, der mindestens genauso fasziniert von der ganzen Sache gewesen wäre, wie ich, und mir vor meiner Ankunft in Afrika schon immer erklärt hat welche Parasitenarten sich in meinen Körper einnisten können. Aber Mathi, ich habe keine Fotos für dich gemacht, sorry :D)

Als ich unseren Bewohnern nachher ganz stolz erzählt habe, wie kamerunisch ich mich gerade selbst operiert hatte, haben sie mich für bekloppt erklärt, einfach meinen Zeh aufzustechen und mir eine Larve heraus zu schneiden, zumal es in Deutschland so was nicht gibt.

Ich habe mir dann erklären lassen, dass das ganz kleine Fliegen sind, die ihre Eier auf die Haut setzen und sofort mit dem Hautkontakt setzen sich diese Eier dann unter die Haut und wachsen heran. Hätte ich die Larve und die Eier nicht heraus geschnitten, dann wären sie immer weiter gewachsen und mein Zeh immer weiter angeschwollen, bis die Haut aufplatzt und die Viecher dann heraus krabbeln.

Ganz schön ekelige Vorstellung, da bin ich doch echt froh, dass meine Neugier mich dazu gebracht mir eine Nagelschere in den Zeh zu stechen!

Tja, ich finde nach 6 Monaten, die ich jetzt schon hier lebe, wurde es auch langsam mal Zeit, Afrika auf diese Art und Weise kenne zu lernen!

Und macht euch keine Sorgen, ich weiß offensichtlich, mir aus den ungewöhnlichsten Situation heraus zu helfen. ;)

 

Fête de la Jeunesse

Autor: Christine | Datum: 16 Februar 2012, 12:35 | Kommentare deaktiviert

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Die Woche vor dem 11.Februar war in Kamerun eine Festwoche, gefeiert wurde Kameruns Jugend und die Zukunft der Nation, wenn man so sagen will.

Die ganze Woche über veranstalten Schulen, Kindergärten und Kirchen Feste, organisiert vom Jungvolk. Aufgeführt wurden auf diesen Festen, wie üblich, Chorlieder, Theaterstücke, Interpretationen und Rezessionen.

Freitag Abend hat dann Kameruns Präsident Paul Biya seine Festrede gehalten und Samstag, den 11. Februar war dann das große “Fête de la Jeunesse”.  So versammelte sich die ganze Jugend Bahams am Stadion und es wurde allen Ernstes marschiert. Dafür haben auch wir im Zentrum die Woche über schon geübt in Reih und Glied unsere Formation zu halten, was sich mit unserer bunten Mischung von Rollstühlen, Beinschienen und Gehhilfen als eine heitere Herausforderung herausstellte.

So warfen wir uns also Samstag in grüne AHP²V-Einheitstrickots und dann hieß es Rollstühle über Berg und Tal ans andere Ende von Baham schieben. Als wir dann schon völlig verschwitzt an den Tribünen angekommen sind, trafen wir auf die Jugend von Baham, gekleidet in Schuluniform, Einheitskleidung eingeteilt nach Institutionen.

Und dann ging das große Marschieren los: angefangen mit den kleinen Kindergartenkindern bis hin zu den Abiturienten und uns. So marschierten schon die kleinsten im Gleichschritt und Parolen singend los zur Marschmusik, feinstenst heraus geputzt und nach Größe und Geschlecht sortiert. Es war wirklich herrlich zu sehen, mit wie viel Leidenschaft allesamt dabei waren, darauf Acht gaben das jeder in seiner Reihe lief und alles seine Ordnung hatte.

Und auch wir haben unseren Marsch gut absolviert: An der einen Hand hab ich den Rollstuhl geschoben und an der anderen ein Kind geführt, dass so seine Schwierigkeiten damit hatte, einfach gerade aus zu laufen, wo es doch überall viel interessantere Dinge zu sehen gab.

Aber ich bin mir sicher, wir sahen super aus!

Als der Marsch zu Ende war, stürmten alle Kinder zu den Keksständen und Eismaschinen. Bis ich dann alle meine Kinde wieder zusammen hatte und nach Hause bringen konnte, hab ich mir dann auch von der Sonne meine Nase verbrennen lassen.

Für mich war es wieder einmal spannend, so etwas mit zu erleben, auch wenn es für mich manchmal etwas lustig war, wie ernst diese Gelegenheiten hier genommen werden. Aber das ist eben ein Teil der Kultur, des Nationalstolzes und die Art und Weise eine Nation vereinigt zu halten. Und es war wirklich niedlich anzusehen, wie unsere Kleinen angestrengt versuchten eine gerade Linie zu laufen, auf einer Höhe zu bleiben und nicht schon während des Marschierens zu den Keksen zu rennen.

Am 20.Mai ist Kameruns Nationalfeiertag und dann wird wieder losmarschiert, in deutlich größerer Anzahl, habe ich mir versichern lassen.

Ich bin gespannt! ;)

 

Zwischenseminar in Kribi

Autor: Christine | Datum: 08 Februar 2012, 15:02 | Kommentare deaktiviert

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Zunächst einmal kurz vorweg: unser nachträgliches Weihnachts- und Neujahresfest des AHP²V, war sehr erfolgreich. Nach langen Vorbereitungen (Gesangs- und Tanzproben, Gartenpflege und großem Hausputz) konnten wir am 27.1. unser Programm gut abliefern, köstlich essen und ausgiebig feiern. Es wurde gesungen, lange Reden gehalten, Spenden gegeben, ein Theaterstück aufgeführt und wild getanzt. Das ganze von den Bewohner und uns selbst organisiert. Es war schön, aber auch anstrengend (bei den langen Reden, haben die Autoritäten offensichtlich vergessen, das es sich hier um ein Fest für Kinder handelt und auch deutsche Voluntäre die afrikanische Endlos-Geduld nicht besitzen!)

Aber letztlich waren alle zufrieden und die Kinder von der ganzen Fanta völlig überdreht! :D

 

Direkt den Sonntag darauf bin ich dann nach Kribi gefahren, das sehr komfortabel mit dem Chauffeur der EED-Mitarbeiter, die unser Seminar geleitet haben. So saßen wir auf der 5-Stunden-Fahrt nach Douala wirklich nur zu 5. und angeschnallt in einem Auto mit Klimaanlage. WOW!

In Gangster-Douala habe ich dann mit einer Freiwilligen aus Bafoussam, Natalie, bei einer Freiwilligen übernachtet. Douala ist in der Trockenzeit (und eigentlich auch immer) extremst heiß und stickig. Man ist im Stehen schon völlig durchgeschwitzt, wenn man duscht, kann man sich nicht abtrocknen, weil die Luftfeuchtigkeit gefühlte 150% beträgt und versucht man sich einzucremen, verteilt man nur Creme mit Schweiß auf seiner Haut.

Douala ist einfach eine volle, heiße, stickige und Banditen-lastige Industriestadt in der ich außer überlebens-notwenigen Ventilatoren noch nichts schönes entdeckt habe. Ich muss aber auch ehrlich sagen, dass ich mich dort auch noch nie länger als 2 Tage aufgehalten habe. Aber auch einfach keine guten Erfahrungen in Gangster-Douala gemacht habe (nicht ohne Grund, heißt Gangster-Douala Gangster-Douala bei mir, ich nur erinnere an meine Ankunft am Flughafen!)

Also haben Natalie und ich beschlossen, möglichst schnell aus Gangster-Douala wieder heraus zu kommen. Eigentlich sind alle Freiwilligen Dienstag Morgen von Douala nach Kribi gefahren, aber da Natalie und ich jetzt schon einen Tag eher in Gangster-Douala angekommen sind als die anderen, haben wir beschlossen anstatt diesen zusätzlichen Tag in Gangster-Douala zu verbringen, uns doch lieber einen Tag länger am Strand von Kribi zu sonnen. So sind wir uns Montag Morgen um halb 7 (schon wieder oder immer noch völlig durchgeschwitzt) in den Bus nach Kribi eingestiegen und dann sogar schon um 8Uhr losgefahren! Nach der 3 Stunden fahrt habe ich den Atlantik vor meinen Füßen gehabt. Unsere Unterkunft war keine 100m von dem traumhaften Strand entfernt und so war ich jeden Tag vor dem Seminar, in der Mittagspause und Abend nach dem Seminar im Meer schwimmen, herrlich!

Kribi ist wirklich wunderschön: der Atlantik warm und blau im der weiße Sandstrand schließt direkt an den Regenwald an, viele Palmen Kokosnüsse und idyllische Fischeratmosphäre, ein Traum!

Und so haben Natalie und ich dann vor unserem Seminar noch einen ganzen Tag zu Faulenzen am Strand gehabt. Dienstag Mittag kamen dann die restlichen Freiwilligen mit der EED-Leitung an. Wir waren eine sehr nette Gruppe von 11 Freiwilligen und 3 Verantwortlichen. Das Seminar hat mir wirklich sehr Spaß gemacht. Mit dem passenden Abstand der gewohnten Umgebung hat es Raum und Zeit geboten, um meine Tätigkeiten in Baham zu reflektieren, neue Gedankenanstöße zu bekommen und neue Kraft für meine letzte Aufenthaltshälfte zu tanken. Wir haben uns untereinander viel Ausgetauscht, gelacht und Kontakte geknöpft. Zudem haben wir einen Aktionsplan für die restliche Zeit aufgestellt, und es war erstaunlich wie absehbar diese doch ist. Ich bekomme noch zweimal lieben Besuch, das Zentrum ist ab Juni wegen der großen Ferien schon leer und ich habe noch einiges vor was ich lernen, erleben und sehen will! Meine Arbeit hier im Zentrum möchte ich auch noch weiter vertiefen und sinnvoller gestalten (eigentlich gibt es viel zu tun, aber eigentlich auch viel freie Zeit) und ich möchte auch noch mehr mit anderen Kamerunern außerhalb des Zentrums Kontakt pflegen. Und das alles in noch knapp 7 Monaten, welche wahrscheinlich schnell vergehen werden. Und dann stehe ich auch schon wieder in Düsseldorf am Flughafen und kehre Heim. Über die Rückkehr in Deutschland haben wir auf dem Seminar auch viel gesprochen. Ob ihr es glaubt oder nicht, wenn man länger in einer so fremden Kultur gelebt hat, kann man auch bei der Rückkehr in die heimische Kultur einen Kulturschock bekommen. Normal 0 21 false false false FR X-NONE X-NONE MicrosoftInternetExplorer4

Allein wenn ich mir vorstelle, was für schnieke Autos in Deutschland über die Straßen fahren, und im Vergleich zu den Autos hier ist jedes, wirklich jedes Auto Luxus! Oder einkaufen mit einem riesigen Angebot, da ist dir Reizüberflutung schon vorprogrammiert. Ich bin wirklich gespannt, wie sich meine Sichtweise geändert hat.

Aber bis dahin habe ich hier noch viel vor und in 2 Wochen feiere ich schon Bergfest!

Ihr seht also, die Zeit verstreicht, mir geht es gut und wie immer freue ich mich auf die mir verbleibende Zeit in Kamerun und eben genauso auf die Zeit danach, mit euch.

Liebste und sonnige Grüße ins eisige Deutschland,

Eure ChrisTine

 

P.S.: die wunderschönen Kribibilder kommen bei gutem Internet nach. ;)