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Deutschland in Kamerun 25.03. - 06.04.

Autor: Christine | Datum: 15 April 2012, 20:03 | Kommentare deaktiviert

Die zwei Wochen vor Ostern waren meine Schwester Katha und ihr Verlobter Jannik bei mir zu Besuch. Ich war im Voraus schon extremst aufgeregt und habe das ganze Zentrum verrückt gemacht, in dem ich strahlend allen Leuten täglich 5mal erzählt habe, dass ich nach Douala fahre, um meine Familie abzuholen. Eigentlich konnte ich das erst richtig fassen, dass wirklich ein Teil meines Deutschlands mich in meinem Kamerun besuchen kommt, als ich die beiden dann endlich in den Armen hatte. Ich habe bei jedem weißen Paar, welches aus dem Flughafen kam, einen kurzen Herzinfarkt bekommen! So wie Katha und ich nun mal sind, war die Begrüßung ein emotionales Drama und wir sind uns weinend und lachend in die Arme gefallen. Die Kameruner, die um uns standen haben dieses Spektakel genaustens beobachtet und fast schon gefeiert, ich habe echt darauf gewartet, dass sie anfangen zu klatschen, das hätte super gepasst, aber vielleicht habe ich auch einfach zu viele Filme gesehen :P Nach einer Übernachtung im diesmal extremst heißen Douala, sind wir nach Baham aufgebrochen, wo wir in unserem Zentrum die erste Woche verbracht haben. Ich habe den beiden ein wenig meinen Alltag gezeigt, sie haben meine kamerunische Großfamilie kennen gelernt und wir haben Bafoussams Markt, einen Wasserfall und die traditionelle Stadt Foumban besichtigt. Die beiden erlebten kamerunische Taxifahrten, Busreisen und andere Skurrilitäten. Nach einer Woche haben wir uns dann in den Süd-Westen Kameruns aufgemacht, nach Buea. Wer bei meinen Blogeinträgen gut aufgepasst hat und ein gutes Gedächtnis hat, bei dem würde es jetzt klingeln….ja, richtig, in Buea ist der 4090m hohe Mount Cameroun, den ich im November bestiegen habe. Auch wenn meine Füße danach eine einzige angeschwollene, offene Blasen waren, hat mich dieser Berg mit seiner fantastischen Landschaft fasziniert. So sehr fasziniert, dass ich mit Katha und Jannik noch einmal eine Tour gemacht habe. Diesmal aber nur für 2 Tage auf eine Höhe von etwa 2080m. Dafür ist aber eben genau dieser Teil der steilste und anstrengendste der ganzen Besteigung. So ging es wieder erst durch den satten Regenwald und danach die Savanne hoch, über die erste Wolkendecke hinaus, bis zur Baumgrenze und schließlich zu unserer Schlafhütte. Für mich war dieser Teil dieses Mal glaube ich noch anstrengender, als im November und auch für Katha waren die zu bewältigenden Höhenmeter eine Herausforderung. Aber gemeinsam fluchend und liebevoll getrieben von Jannik und unserem Guide sind wir nach 6 Stunden am Nachmittag an der Schlafhütte angekommen. Dieses Gefühl ist einfach immer wieder toll, es geschafft zu haben, auch wenn man vorher eigentlich schon nicht mehr die Beine hoch heben konnte und dann da oben zu stehen, das ist einfach immer wieder überwältigend. Ich habe während des Aufstiegs immer wieder gesagt, dass ich das jetzt wirklich zum letzten Mal mache, aber irgendwie ist es auch einfach so ein Hammer Gefühl so über sich hinaus zu wachsen! :D Aber ein knall harter Porter wird aus mir niemals werde! Nach der authentischen Kletterer-Nacht auf einem Holzbrett ging es dann wieder die Savanne und durch den Regenwald runter bis nach Buea. Für mich ist es eine klare Sache, der Aufstieg ist eine Frage der Kondition und der Motivation, aber der Abstieg ist eindeutig eine Frage von gesunden Knien und Schuhen, die groß genug sind…der Abstieg ist wirklich nicht mein Ding! :P Jannik ging es da auf jeden Fall ähnlich wie mir, Katha dafür ist den Berg nur so herunter getänzelt ! Als wir dann am Montag glücklich und erschöpft wieder unten angekommen sind. Haben wir uns direkt aufgemacht, um nach Limbe zu fahren und uns in einem Schicken Hotel noch ein paar restliche, entspannte Strandtage zu gönnen. Der Strand ist schwarz, vom Vulkan (Mnt. Cameroun) und während man im warmen Atlantik seine Muskelkater geplagten Beine plantschen lässt, hat man einen beeindruckenden Blick auf die mit Regenwald bewachsene Ausläufer des Mount Camerouns, Fantastisch! Wir hatten ein Hotel mit direktem Strandzugang, gutem Restaurant und ein klimatisiertes Zimmer mit IMMER fließend Wasser! Dieses Hotel war so schnieke, dass ich schon einen kleinen Kulturschock hatte. Aber der wahre Kulturschock kam erst, als wir in Limbe bei ARNE’s Essen waren… abgesehen, dass dieses kleines Restaurant mit seiner offenen Bambusterrasse echt schön ist, wird es im Reiseführer für seine guten Burger gelobt. Und genau so einen Cheeseburger habe ich mir dann auch bestellt, Jannik ebenfalls und Katha bekam Pizza. Ich kann das gar nicht so beschreiben, aber es ist wirklich eine Sensation, in Kamerun Pizza und Burger zu bekommen und dann auch noch mit richtigem Käse!! Als uns das Essen gebracht wurde, kamen mir beim Anblick meines Burgers ernsthaft die Tränen, ich habe wegen eines Burger angefangen zu weinen :D Ich war echt aufgelöst, dieser Burger war… unbeschreiblich lecker! Ich war mir erst nicht sicher, ob es daran liegt, dass ich mich seit 7 Monaten von Schleimbrei und Bohnen ernähre, aber nein, Jannik hat nach seinem ersten Bissen auch gesagt, dass sei der bester Burger seines Lebens. Und Freunde, dieser Burger war es definitiv. Super leckeres Hefebrötchen, pikante Tomaten-Zwiebelsoße, Salat und Tomaten UND ein ordentliches Stück Fleisch, dick, saftig, zart, schmackhaft und belegt mit echtem Käse!!!! Wenn jemand auf der Suche nach dem besten Burger der Welt ist, ich behaupte ihn gefunden zu haben, in Limbe bei ARNE’s! Das mag vielleicht echt skurril klingen, wenn man das jetzt so liest, aber dafür hättet ihr das einfach erleben müssen :D Ich habe schon meine Reiseroute mit Sven umplant, damit ich ihm diesen Burger zeigen kann und dann kommt kein neuseeländischer Mega-Burger mehr dagegen an! Die Wette steht. Aber Schluss jetzt mit meinen kulinarischen Gelüsten. In Limbe haben wir uns noch das Wild Life Center abgeschaut, eine Auffangstation für Affen. Die werde so davor gerettet als Haustiere misshandelt zu werden oder letztlich auf dem Grill zu landen. Und ach ja, direkt neben diesem Wild Life Center ist ARNE’s Restaurant ;) Sprich, während wir diesen unglaublichen Burger gegessen haben, konnten wir den Gorilla Babies beim spielen zu gucken…..hm, das klingt jetzt irgendwie makaber. Aber egal. Am Karfreitag musste ich mich dann schon wieder von den beiden verabschieden. In dem Moment wäre ich echt am liebsten mit ins Flugzeug gestiegen und hätte Ostern liebend gerne im Kreise meiner Familie gefeiert mit Osterfeuer und Osterball, aber gut. Nach einem tränenreichen Abschied ging es für mich wieder nach Baham. Ostern war für mich ziemlich schlicht. Ich saß Sonntag 4 Stunden in der Kirche und nachmittags habe ich für die Kinder noch Süßigkeiten versteckt und sie suchen lassen, was ganz witzig war. Miriam hat die WOche noch 2 Paletten Eier mit Eierfarbe gefaerbt und die wurden dann auch noch versteckt und fleissig gesucht ;) Ich habe mich riesig über den Besuch von Katha und Jannik gefreut und bin sehr dankbar dafür, einen Teil meiner Familie mein Leben in Kamerun zeigen zu können. Es hat so gut getan, mal wieder richtig geknutscht und umarmt zu werden und einfach ein Stück zu Hause hier zu haben! Es waren 2 tolle Urlaubswochen für mich, danke für diese schöne Zeit! 