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Le temps passe trop vite…

Autor: Christine | Datum: 20 Juni 2012, 11:22 | Kommentare deaktiviert

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die Zeit vergeht zu schnell!

So schnell, dass diese Woche für mich schon der Abschied von den Bewohnern anstand, die für die Ferien zu ihren Familien gehen.

Nach 10 Monaten, die ich jetzt mit diesem 19-köpfigen liebenswerten Chaotenhaufen gearbeitet und gelebt habe, war letzten Freitag dann also schon unsere Abschieds-Evaluation angesagt.

So haben wir beiden Freiwilligen uns mit allen Bewohnern und dem Personal des AHP²V zusammen gesetzt und es wurde zum letzten Mal gemeinsam gesungen und sich ausgetauscht.

Der Direktor fing mit seiner Abschiedsrede an und danach sollte jeder Bewohner etwas zu uns sagen.

Es kamen liebe Wünsche, Danksagungen und Erinnerungen zu Wort und spätestens nach dem 4 Bewohner sind dann bei mir die Tränen geflossen.

Später ging das Wort dann an Miriam und mich. Ich glaube ich habe sogar ziemlich alles sagen können, was ich wollte, bin alles losgeworden was zu sagen war und konnte mich für diese unvergessliche Zeit mit ihnen bedanken, bis mir die Tränen wieder den Hals zuschnürten.

Miriam ging es da nicht anders, sie hat mehr geweint, als dass sie reden konnte. Aber das zeigt einfach nur, wie sehr uns unsere Liebsten hier ans Herz gewachsen sind.

Am Ende der Evaluation haben wir dann noch Fotos für jeden verteilt und ich habe Kuchen ausgeteilt.

Donnerstag Abend habe ich 3 Kuchen ganz alleine mit geschätzten Mengenangaben angerührt und über dem Feuer gebacken. Und sowohl der Schoko- und Zitronenkuchen also auch der Möhrenkuchen sind wirklich lecker geworden!

Und damit, der Abschied nicht als eine einzige Heulerei in den Köpfen der Bewohner blieb, haben Miriam und ich Freitag Abend dann unseren Salon frei geräumt und die Musik aufgedreht.

Die AbschiedsFEIER stand auf dem Plan!

Und das hat wirklich Spaß gemacht. Wir haben mit allen getanzt, gesungen und den restlichen Kuchen, so wie auch Miriams selbstgemachten Krapfen und Limonade verspeist. Die Stimmung war ausgelassen und es war einfach ein schöner Abschluss unserer gemeinsamen Zeit.

Montag war dann Tag der Abreise und die offizielle Verabschiedung der Bewohner.

Einige Eltern sind persönlich gekommen, um ihre Kinder abzuholen und konnten so bei der Zeremonie teilhaben. Wir haben uns also noch ein aller letztes Mal versammelt und der Direktor Zacharie hat dann ganz offiziell verkündet, welcher Bewohner am saubersten, am hilfsbereitesten, am fleißigsten und am besten in der Schule war. Und danach wurden dann als Preise Seifenstücke verteilt. Es wurde dem Personal gedankt und zum Schluss gab es dann ein letztes Festmahl.

Dafür habe ich mit Mohammed Sonntag Morgen nach dem Aufstehen 4 Hühner geschlachtet (also er hat den Schnitt gemacht und ich habe ihn dabei festgehalten, weil er sonst nicht stehen bleiben würde).

Die gab es Montag dann zu Reis mit Tomatensoße und leckerem Kuchen.

 

Damit ging also alles zu Ende, meine gemeinsame Zeit mit den Bewohnern, meine richtige Arbeitszeit im AHP²V und irgendwie überhaupt.

Ich kann mir jetzt noch nicht richtig vorstellen, dass ich sie alle auf unbestimmte Zeit nicht mehr wieder sehen werde, aber das ist erst einmal auch besser so.

Jetzt wird es wieder ungewohnt ruhig im Zentrum, ich werde nicht mehr von Geschrei, lautem Fernseher oder Rollstuhlrennen geweckt, aber der laute Hahn kräht nach wie vor fleißig weiter ;)

Was mir bleibt ist die Erinnerung, an eine unvergessliche Zeit mit Menschen, die mir sehr ans Herz gewachsen sind.

Und dafür bin ich sehr sehr dankbar!

 

Dont cry that its gone,

Smile that it happened! J

 

Mit den Ferien fängt hier noch einmal ein neuer Abschnitt für mich an.

Ich habe für meine letzten 2 Monate keine Arbeit mehr und meine einzig guten Freunde in Kamerun sind mit den Bewohnern weg.

Das klingt ziemlich gewöhnungsbedürftig aber nach nichts, was ich nicht meistern könnte.

Ich möchte die Zeit nutzen, um noch mehr von Kamerun kennen zu lernen, herum zu reisen, ein paar Bewohner in ihren Familien zu besuchen und ansonsten hause ich mich bei Uli und Patrice oder bei den Bafoussam-Freiwilligen ein und genieße jede einzelne Minute meiner verbleibenden 10 Wochen!

 

So und um erst einmal einen Schnitt zu haben, fahren Miriam und ich Donnerstag nach Yaoundé in die Hauptstadt Kameruns.

Dort feiern wir Freitag dann erst einmal die Hochzeit einer befreundeten Freiwilligen und ihres kamerunischen Verlobten. Das muss natürlich gebührend gefeiert werden!

Das Wochenende sehen wir uns dann etwas die Hauptstadt Kameruns an und am Montag fahren wir mit dem einzigen Langstreckenzug in Kamerun nach Ngaroundéré und von da aus weiter nach Maroua.

Das heißt, unsere lang ersehnte Nordentour steht an, ein komplett neuer Kulturkreis und neue Landschaft werden für 2 Wochen erkundet.

Und wie es sich dort oben so leben lässt, erfahrt ihr dann beim nächsten Mal.

 

Fußball-Theater in Kamerun

Autor: Christine | Datum: 14 Juni 2012, 08:43 | Kommentare deaktiviert

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Letztes Wochenende war ich mal wieder mit Miriam in Bafoussam. Wir haben versucht, mit unserer Uni-Recherche voran zu komme, was aber irgendwie doch immer damit endet, dass ich völlig entnervt über das kamerunische Internet und meine Beschränktheit hier bin und lieber auf den Markt shoppen gehe.

So haben wir uns danach also mit den anderen Freiwilligen zum Markbummel getroffen, sind von einer Schneiderin zu andern gegangen, haben bunte Stoffe, Schuhe und Taschen ergattert und sind danach lecker in die Salatbar gegangen.

Da hat mich Andrea, eine Freiwillige in Bafoussam, gefragt, ob ich Lust hätte, mit ihr abends ins Theater zu gehen. Da musste Tine natürlich nicht lange überlegen, ich war echt gespannt, wie Theateraufführungen in Kamerun wohl aussehen könnten.

So saß ich also 2 Stunden später mit Andrea und Steffi in einem kleinen Restaurant, in dem Stühle und Sessel aufgereiht waren und ein Bühnenbild aufgebaut war, improvisiert aber wirkungsvoll!

Und dann ging es los, ein 2-Frau-Stück mit ganz klassisch kamerunischen Themen: Eine Oberschichtenfrau hat herausgefunden, dass ihr Mann sie betrügt und will sich daraufhin erhängen. Eine arme Fischerin bekommt diese Szene mit und sackt erst einmal Kleider, Schmuck und Portemonnaie ein. Dann kann die Fischerin aber doch nicht zulassen, dass die andere Frau sich das Leben nehmen will und die beiden kommen in eine heftige Diskussion. Oberschichtenfrau sagt, sie wolle ohne echte Liebe nicht weiter leben und die Fischerin erwidert, es gäbe keine echt

Liebe, das sei nur ein Wort. Im Leben ginge es viel mehr darum, seine Familie zu ernähren und dem Mann zu dienen, Liebe hin oder her. Außerdem habe ja jeder Oberschichten-Ehemann seine Kurtisane, neben der Ehefrau.

Die Diskussion ging hin und her und letztlich stellte sich heraus, das die Fischerin die Liebhaberin des Ehemannes ist!

Theater soll die Gesellschaft kritisch wieder spiegeln und das hat dieses Hinterhof-Theater sehr gut geschafft und es war herrlich für mich endlich mal wider so etwas zu sehen und das werde ich sicher noch mal wiederholen!

Um den Kulturabend noch zu vervollständigen, haben Andrea und ich uns dann noch mit einem kamerunischen Freund zum Fußballgucken getroffen. Die EM hat begonnen und da durfte ich auch in Kamerun nicht Deutschland gegen Portugal verpassen, aber wem erzähle ich das :P

Ich weiß echt nicht ob in Deutschland oder in Kamerun die Leidenschaft für Fußball und Bier größer ist, aber auf jeden Fall macht beides mit Kamerunern mindestens genauso viel Spaß wie zu Hause, wenn nicht noch mehr, da Kameruner einfach so voller Temperament sprudeln und ich liebe das laute herumgepöbel! :D

Es war wirklich cool, das Spiel war spannend und die Stimmung ausgelassen. Mir hats richtig Spaß gemacht und ich habe mich lange nicht mehr so nach Deutschland zurück versetzt gefühlt, wie Samstagabend!

Toll war das :)